Entdecke die grünen Korridore Brandenburgs! Mit fast 50% der etwa 19.000 Kilometer Alleen in Deutschland prägt diese Region das Landschaftsbild wie keine andere. Die Baumreihen Brandenburg erzählen Geschichten von Jahrhunderten und laden dich ein, ihre Schönheit zu erkunden.
Jedes Jahr am 20. Oktober feiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland den „Tag der Allee“. Seit 2008 wird dabei die „Allee des Jahres“ gekürt. Diese Tradition macht auf die Gefährdung von Alleebäumen und den Schutz der biologischen Vielfalt aufmerksam.
Die Alleen Brandenburg bieten mehr als nur schöne Aussichten. Sie produzieren Sauerstoff, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für viele Tiere. Von historischen Baumreihen bis zu neu angelegten Alleen – hier findest du eine einzigartige Vielfalt, die es zu entdecken gilt.
Geschichtlicher Hintergrund der Alleen in Brandenburg
Die Historischen Alleen in Brandenburg blicken auf eine lange Tradition zurück. Ihre Ursprünge reichen bis ins 18. Jahrhundert, als Friedrich Wilhelm I. die ersten Alleen anlegen ließ. Diese grünen Korridore haben sich im Laufe der Zeit zu prägenden Landschaftselementen entwickelt.
Die Ursprünge der Alleen
Alleenbäume in Brandenburg fanden ihren Anfang in herrschaftlichen Parkanlagen. Ab 1754 förderte Friedrich der Große die Pflanzung vieler Baumreihen entlang der Straßen. Diese dienten nicht nur als Zierde, sondern erfüllten auch praktische Zwecke:
- Markierung der Straßen bei Dunkelheit und Schnee
- Schutz vor Regen und Schnee für Reisende
- Nutzung als Obstbäume zwischen Ortschaften
Veränderungen im Laufe der Jahrhunderte
Der Prozess des Straßenbaus in Brandenburg begann Mitte des 19. Jahrhunderts. Seitdem haben sich die Alleen stetig gewandelt. Heute gibt es rund 1.740 Kilometer Alleen an Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg. Bemerkenswert ist, dass über 70 Prozent der Alleebäume älter als 80 Jahre sind.
Leider sind in den letzten Jahren viele Alleen verschwunden. Seit 2006 gingen 600 Kilometer verloren, obwohl 200 Kilometer neu angelegt wurden. Um diesem Trend entgegenzuwirken, plant Brandenburg bis 2028 die Pflanzung von 20.000 neuen Bäumen in Alleen und Baumreihen.
Die bekanntesten Alleen in Brandenburg
Brandenburg ist das alleenreichste Bundesland Deutschlands mit über 420.000 Bäumen an Bundes- und Landesstraßen. Die schönen Alleen in Brandenburg erstrecken sich über 1.740 km außerhalb und 420 km innerhalb der Städte. Entdecken Sie die beeindruckendsten Lindenalleen Brandenburg und andere Baumarten, die das Landschaftsbild prägen.

Die Baumallee bei Schönhausen
Die Baumallee bei Schönhausen zählt zu den ältesten in Brandenburg. Viele ihrer Bäume wurden in den 1930er-Jahren gepflanzt und bilden heute eine majestätische Kulisse. Die Allee bietet einen Einblick in die Geschichte der Region und lädt zu beschaulichen Spaziergängen ein.
Die Lindenallee in Rathenow
Die Lindenallee in Rathenow ist ein Paradebeispiel für die Schönheit der Brandenburger Alleen. Mit ihren duftenden Linden im Sommer zieht sie viele Besucher an. Die Allee ist Teil der „Alleenkonzeption 2030“, die den Erhalt und die Pflege solcher Naturschönheiten sicherstellt.
Die Buchenallee von Potsdam
Die Buchenallee von Potsdam beeindruckt durch ihre mächtigen Bäume und geschichtsträchtige Atmosphäre. Sie ist ein beliebtes Ziel für Fotografen und Naturliebhaber. Die Allee zeigt, wie wichtig der Schutz dieser grünen Korridore ist, die nicht nur ästhetisch wertvoll sind, sondern auch als Lebensraum für viele Tierarten dienen.
Flora und Fauna entlang der Alleen
Die Alleenbäume in Brandenburg sind nicht nur ein prägendes Landschaftselement, sondern auch ein wichtiger Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Du entdeckst hier eine faszinierende Vielfalt an Flora und Fauna.
Typische Baumarten und ihre Charakteristika
In den Brandenburger Alleen findest du verschiedene Baumarten. Linden und Ahornarten sind besonders häufig anzutreffen. Diese Bäume zeichnen sich durch ihre Robustheit und Langlebigkeit aus. Früher waren auch Eichen beliebt, werden aber wegen des Eichenprozessionsspinners nicht mehr gepflanzt.
Interessant sind die Kastanienbaumalleen, die mit ihren imposanten Kronen beeindrucken. Sie bieten im Frühling ein prächtiges Blütenmeer und im Herbst einen farbenfrohen Anblick. Ulmen werden in bestimmten Abständen gepflanzt, um Wurzelkontakt und Schädlinge zu vermeiden.
Tierarten, die ein Zuhause suchen
Die Alleen sind ein Paradies für viele Tierarten. Vögel nutzen die Bäume als Nistplätze und Nahrungsquelle. Insekten finden hier ideale Lebensbedingungen. Besonders Bienen und Schmetterlinge profitieren von der Blütenpracht. Auch Fledermäuse nutzen die Alleen als Orientierungshilfe und Jagdrevier.
Um die Artenvielfalt zu fördern, werden bei Neupflanzungen verschiedene Baumarten verwendet. Dies trägt dazu bei, dass die Alleenbäume in Brandenburg weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems bleiben.
Der Einfluss der Alleen auf das Landschaftsbild
Baumalleen prägen das Landschaftsbild Brandenburg wie kein anderes Element. Mit 2.344 Kilometern Alleen entlang der 8.600 Kilometer Bundes- und Landesstraßen besitzt Brandenburg die meisten Alleen unter den deutschen Bundesländern.

Alleen als Naturgestaltungselemente
Alleen gliedern und beleben die Brandenburger Landschaft auf einzigartige Weise. Sie strukturieren offene Flächen und schaffen ästhetische Kontraste. Etwa 36,7% der Bundes- und Landesstraßen außerhalb von Ortschaften sind von Alleen gesäumt. Diese Baumreihen dienen nicht nur als natürliche Wegweiser, sondern auch als Schattenspender und Lebensraum für zahlreiche Tierarten.
Faszination für Fotografen und Künstler
Die Baumalleen Brandenburg ziehen Fotografen und Künstler magisch an. Die symmetrischen Baumreihen bieten zu jeder Jahreszeit faszinierende Motive. Besonders im Herbst, wenn sich die Blätter bunt färben, entfalten die Alleen ihre volle Schönheit. Künstler schätzen die Alleen als Inspirationsquelle für Gemälde, Skulpturen und literarische Werke.
Trotz ihrer Schönheit stehen die Brandenburger Alleen vor Herausforderungen. Seit 2008 wurden über 17.000 Bäume weniger nachgepflanzt als gefällt. Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, jährlich 5.000 neue Bäume zu pflanzen, erreicht jedoch nur knapp 2.000. Die Kosten für einen neuen Baum betragen rund 600 Euro. Um dieses einzigartige Landschaftsbild Brandenburg zu erhalten, sind verstärkte Anstrengungen zum Schutz und zur Pflege der Alleen erforderlich.
Erlebnismöglichkeiten für Besucher
Die Alleen Brandenburg bieten eine Fülle von Erlebnismöglichkeiten für Naturliebhaber und Erholungssuchende. Entdecken Sie die grünen Korridore und atmen Sie die frische Luft der Naturschutzgebiete Brandenburg.
Spaziergänge und Radtouren
Die Alleen Brandenburg laden zu entspannten Spaziergängen und aufregenden Radtouren ein. Im UNESCO Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, einem der größten Schutzgebiete Deutschlands, finden Sie drei große Rundwanderwege. Diese Wege führen durch beeindruckende Buchenwälder und vorbei an zahlreichen Seen und Mooren.
Für Radfahrer bietet das Biosphärenreservat ein Netz von gut ausgebauten Radwegen. Sie können die vielfältige Landschaft erkunden und dabei die einzigartige Flora und Fauna der Region beobachten.
Veranstaltungen und Feste entlang der Alleen
Die Alleen Brandenburg sind nicht nur Naturschönheiten, sondern auch Schauplätze für kulturelle Ereignisse. In Potsdam findet jährlich am 21. Juni die Fête de la Musique statt. Von 16:00 bis 22:00 Uhr treten zahlreiche Musikgruppen kostenlos in den Straßen auf und verwandeln die Alleen in eine lebendige Bühne.
Im Filmpark Babelsberg erleben Besucher die Faszination der Filmwelt inmitten grüner Alleen. Stuntshows und ein 4D-Kino sorgen für spannende Unterhaltung. Für Naturfreunde bietet der Tropengarten Biosphäre einen tropischen Regenwald unter einer Glaskuppel – ein perfektes Ausflugsziel bei jedem Wetter.
Geschichten und Legenden über die Alleen
Die historischen Alleen in Brandenburg sind nicht nur grüne Wege, sondern auch Zeugen faszinierender Geschichten. Entlang der Baumreihen Brandenburgs ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, die die Fantasie anregen.
Mythen um die Bäume
In Vogelsang, einem Ort mit nur 80 Einwohnern, erzählt man sich von einer alten Linde, die angeblich Wünsche erfüllt. Die Baumreihe Brandenburg zwischen Teupitz und Krempendorf soll in mondhellen Nächten von Geistern bewohnt sein. In Teupitz, das 1.786 Einwohner zählt, glauben viele, dass die Alleen vor bösen Geistern schützen.
Persönlichkeiten und Ereignisse
Die historischen Alleen haben auch bedeutende Persönlichkeiten gesehen. In Strodehne, einem Ort mit 240 Einwohnern, soll Friedrich der Große unter einer mächtigen Eiche gerastet haben. Die Allee in Blindow, erstmals 1269 erwähnt, war Schauplatz wichtiger Treffen während des Dreißigjährigen Krieges. In Krampfer mit seinen 230 Einwohnern erzählt man von Napoleon, der die örtliche Lindenallee bewundert haben soll.
Die Chronik von Deetz, die 1193 beginnt, berichtet von einer Allee, die als Fluchtweg während Kriegen diente. In Grabko nennen sich die Bewohner stolz „Grabscher“ und pflegen eine Allee, die angeblich von ihren Vorfahren vor 500 Jahren gepflanzt wurde. Diese Geschichten machen die Alleen zu lebendigen Zeitzeugen der brandenburgischen Geschichte.
Tipps für deinen Besuch in den Alleen
Die schönen Alleen in Brandenburg bieten dir zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Erlebnis. Im Frühling erwachen die Bäume zum Leben, während der Herbst die Blätter in bunte Farben taucht. Plane deinen Besuch am besten außerhalb der Hauptferienzeiten, um die Ruhe der Natur voll zu genießen.
Beste Reisezeiten und Zugänglichkeit
Die meisten Alleen sind ganzjährig zugänglich. Beachte, dass einige Wege nach starkem Regen matschig sein können. Für Radtouren eignet sich besonders der Sommer. In den Naturschutzgebieten Brandenburgs findest du oft gut ausgeschilderte Wege, die dich sicher durch die Alleen führen.
Empfehlungen für nahegelegene Sehenswürdigkeiten
Verbinde deinen Ausflug zu den Alleen mit einem Besuch der historischen Ortskerne. 31 davon kannst du auf einem Roadtrip erleben. In Potsdam warten UNESCO-Welterbestätten auf dich, während Bad Belzig im Naturpark Hoher Fläming liegt – ideal für Wanderungen. Der 148 Kilometer lange Burgenwanderweg verbindet vier mittelalterliche Burgen und führt dich durch malerische Landschaften.
